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"Helping Hand Project" in Lias, Mountain Province

Unser laufendes Projekt befindet sich in der Mountain Province, einer Bergregion im Norden der Hauptinsel Luzon. Der Barangay Lias gehört zur Gemeinde Barlig und ist ca. 45 km von Bontoc und ca. 180 km von Baguio entfernt. Einen Eindruck hat man erst dann, wenn man sich die geografischen Gegebenheiten näher betrachtet.
Willkommen in Lias
Willkommen in Lias

Das zerklüftete Gelaende
Das zerklüftete Gelände

Die Region ist stark zerklüftet und liegt in einer Höhe von 500 Metern bis zu 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen von Lias liegen in einer Höhe von 1.100 bis 1.700 Metern. Die Haufensiedlung Lias liegt in einem tiefen Einschnitt an einem in der Trockenzeit ca. 4 Meter breiten, durchwatbaren Fluss.

Damit ist bereits angedeutet, dass die landwirtschaftliche Produktion die Haupterwerbsmöglichkeit darstellt. Dabei handelt es sich fast gänzlich um Subsistenzwirtschaft, d.h. die Produktion dient der Deckung des Eigenbedarfs. Reis- und Gemüseanbau sowie vereinzelte Zitrusplantagen prägen das Landschaftsbild.

Die Gründe dafür, dass nicht über den Eigenbedarf hinaus produziert werden kann, sind vielfältig. Hier herausgehoben werden drei Gründe:

1. Lange Transportwege

Der nächste regionale Markt ist in Bontoc und ist in 2 bis 3 Stunden über eine Dschungelpiste erreichbar. In der Regenzeit zwischen Mai und September kommt es oft zu Unterspülungen und Erdrutschen, womit diese Verbindung über Wochen nicht genutzt werden kann.

Darüber hinaus hat Lias selbst keinen Straßenanschluss. Die Piste führt ca. 50 Höhenmeter oberhalb des Dorfes entlang und ist nur über einen schmalen Pfad erreichbar.
Einfach in den Felsen gehauen
Einfach in den Felsen gehauen

Der nächste überregionale Markt in Baguio ist über Bontoc in ca. 8 Stunden erreichbar. Hier spielen die Einschränkungen zur Regenzeit ebenfalls eine große Rolle.

2. Geldmangel

Es fehlt an Investivkapital für Dünger, landwirtschaftliches Gerät und Setzlinge, um über den Eigenbedarf hinaus zu produzieren.

3. Fehlende Erfahrung im Anbau nicht "traditioneller" Früchte.

Dies sind die Verhältnisse, wie sie uns von Pedro Pinos-an, einem Garten- und Landbauspezialisten des Department of Agriculture (DOA) geschildert wurden. Der Kontakt zu Pinos-an kam im Jahre 2000 auf der EXPO 2000 zustande, als er an einer landwirtschaftlichen Studie für die Universität Hannover arbeitete, die sich übrigens mit dem Thema befasste, wie es den Bauern in Lias ermöglicht werden kann, über den Eigenbedarf hinaus zu produzieren.

Zum weiteren Verständnis sei noch einmal auf die geografische Struktur und die sozialen Verhältnisse eingegangen.

Die 22 Familien und ca. 200 Haushalte teilen sich eine Fläche von ungefähr 10 Quadratkilometern. Die Hänge haben einen für diese Höhenlage typischen lockeren Bestand an Kiefern und Laubbäumen. Weite Teile befinden sich im Urzustand. Der starke Unterwuchs ist nur teilweise entfernt und bahnt sich ohne entsprechende Pflege innerhalb kurzer Zeit seinen Weg.

Der naturbelassene Baumbestand ist nicht selbstverständlich in der Mountain Province. So passiert man auf dem Weg nach Lias weite Gegenden mit Kahlschlag oder nur noch geringem Kiefernbestand. Die Gemeindegrenze Bontoc - Barlig ist in dieser Hinsicht auch eine eindrucksvolle Vegetationsgrenze. Regenwald prägt den weiteren Weg bis nach Lias.

Die Zusammenhänge zwischen Abholzung und Erosion sind den Menschen hier durchaus bewusst. Wiewohl man überhaupt in Lias ein wohlgeordnetes Gemeinwesen antrifft, bei dem Vorurteile über die "Dritte Welt" im administrativen Bereich nicht bedient werden.

Der Beginn des Projekts vor Ort

Mit den Einwohnern wurden in einer dreistündigen Sitzung am späten Abend mehrere Möglichkeiten der Unterstützung besprochen. Nach einer durchaus kontroversen Diskussion einigte man sich auf folgenden Ablauf:

Phase 1:

Haranang Pilipino finanziert Kauf und Transport von ca. 9.500 Setzlingen für Kaffeebäume. Als Pilotprojekt gedacht, kann jede Familie ein halbes Hektar mit Setzlingen bepflanzen.

Dafür müssen keine Bäume gefällt werden. Lediglich der Unterwuchs wird entfernt.

Pflanzzeit ist der Beginn der Regenzeit, etwa im Mai oder Juni 2002. Anfang Mai leitet Pinos-an einen entsprechenden Trainingskurs zur Pflege von Kaffeeanpflanzungen in Lias.

Phase 2:

Zu einem späteren Zeitpunkt beginnt man mit einer Pflanzenzucht für Zitrusbäume, die zwischen die Kaffeepflanzen gesetzt werden können.

Praktische Erwägungen bildeten die Grundlage für diese Vorgehensweise. Zweijährige Zitruspflanzen sind zur Zeit nicht erhältlich, denn auch in anderen Teilen der Bergregion hat man den Anbau von Zitrusfrüchten als Chance erkannt. Darüber hinaus verringert die eigene Zucht von Setzlingen die Gefahr von Krankheiten für die jungen Pflanzen. Zitruspflanzen erfordern den Einsatz von Dünger und Pestiziden.

Das Anbau-Gelände
Das Anbau-Gelände

Das Anbau-Gelände

Die Kaffeepflanzen werden in 2 bis 3 Jahren Früchte tragen. Ausschlaggebend war jedoch die Lagerfähigkeit. Eventuelle Unterbrechungen der Transportwege führen damit nicht zwangsläufig zum Verlust der Ernte. Die Höhenlage erlaubt den Anbau bester Kaffeesorten. Während im Flachland lediglich "Robusta" angebaut werden kann, ist Lias geeignet für "Kaffee Arabica". Dünger und Pestizide werden für Kaffee nicht benötigt.

Nach der Arbeit-das verdiente Menue
Nach der Arbeit-das verdiente Menue

Es ist nicht geplant, durch regelmäßige Spenden Pflanzen zuzukaufen. Unsere Hilfe soll nur ein Anstoß sein. Teile des erwirtschafteten Gewinnes sollen für weitere Investitionen genutzt werden. Dies wird durch den am gleichen Abend gegründeten Verein "Lias Fruit Growers Association" organisiert.

Diese Vereinsgründung geschah mit einer Disziplin und Sachkenntnis, die selbst im durchorganisierten Deutschland wohl nur selten anzutreffen ist.

Kapitaleinsatz für das Pilotprojekt: 1.000 Euro

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