Unterstützung von Mayon-Flüchtlingen

Traumhaft schön - majestätisch - einfach überwältigend, das sind die Attribute,
die man dem Mayon-Vulkan in der Provinz Albay am südlichen Ende der philippinischen Hauptinsel Luzon
zuordnen muss. Sobald man in Legazpi City irgendwo ins Freie tritt, geht der Blick unweigerlich zum Berg. Der
Tourist sieht ihn allerdings mit anderen Augen als der Einheimische. Dieser achtet nicht mehr auf die
Schönheit, sondern auf die Rauchfahne, deren Farbe und Ausmaß ein Indikator für einen
nahenden Ausbruch ist.
Damit ist schon auf den negativen Aspekt dieses Wunders der Natur hingewiesen. Mitte Juli 2001 hatte ein
erneuter Ausbruch die zumeist aus Bauern bestehenden Bewohner der Hänge des Mayon von ihren
Ländereien vertrieben. Für den fruchtbaren Boden nimmt man wohl die ständige
Gefährdung in Kauf.
In einer aktuellen Gefahrensituation flüchten diese von den Filipinos in Legazpi auch als
"indigenous people" bezeichneten Menschen in Schulen oder ähnliche Einrichtungen der
Stadt. Der Stadt und seinen Vororten kommt dabei zugute, dass sich Lahar üblicherweise über die
der Stadt abgewandten Hänge ergießt.
Der Barangay Bogtong liegt als einer der nächsten an den sanften Ausläufern des Vulkans.
Damit ist dieser Barangay immer der erste Zufluchtsort im Falle eines Ausbruchs. Viele aus bestimmten
Umständen auf Dauer Vertriebene wohnen jetzt in den Puroks des Barangay Bogtong.
Als Gast des Barangay-Captains Rolando Belbes war man in fachkundiger Begleitung, der zu jedem Aspekt
der Problematik erschöpfend Auskunft geben konnte. Dabei war auch hilfreich, dass Herr Belbes als
A-B-C - Präsident von Legazpi City die Gesamtsituation der betroffenen Gebiete im Blick hat.

Ein "Congressman" der Provinz hatte nun nach dem letzten Ausbruch des Vulkans sechs
cavan bereits geschälten Reis zur Verteilung zur Verfügung gestellt. Diese konnten jedoch noch
nicht verteilt werden, da die Menge nicht ausreichte, um ganze Puroks gerecht zu versorgen. In dieser Hinsicht
ist, wie bestimmt jeder Filipino weiß, besondere Rücksicht geboten.
Mit Zukauf von weiteren sieben cavan Reis waren wir in Zusammenarbeit mit Herrn Belbes und den
Verantwortlichen der Puroks 6 und 7 in der Lage jeder der 70 Familien des Puroks 7 vier Kilogramm Reis und
jeder der 51 Familien des Puroks 6 zwei Kilogramm Reis zu spenden.
Hier fand Berücksichtigung, dass es sich bei den Bewohnern von Purok 7 um viele indigene Familien von
den Hängen des Mayon handelt, die Schwierigkeiten haben, sich in den urbanen Strukturen Legazpis zu
behaupten.

... welcher Erwachsene bittet schon um etwas zu Essen; den Kindern sind diese Gefühle noch fremd.

Der Barangay-Captain erklärt die Spendenaktion und ruft die einzelnen Familien auf.

Die übrigen Portionen wurden im Laufe des nächsten Tages verteilt, da die Bewohner der
anderen Puroks schnell Wind von der Aktion bekommen hatten und es sich ein steter Strom von Bittstellern
einfand.
Kurz nach der Abreise brach der Mayon erneut aus.
Erläuterungen:
| Barangay: |
Stadtteil (Legazpi City besteht aus 70 Barangays) |
| Purok: |
weitere verwaltungstechnische Unterteilung eines Barangays (der Barangay Bogtong hat 7 Puroks) |
| A-B-C - Präsident: |
Vorsitzender der Versammlung aller Barangay-Captains einer Stadt |
| Cavan: |
Ein Sack mit 50 kg Reis |
| Sack Reis: |
780,- Pesos - ca. 17,50 Euro |
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